#bsen – Blogger spinnen ein Netzwerk.
Dies war das Motto der ersten Blogger-Konferenz Sachsens Ende April in Leipzig mit bis zu 120 Teilnehmern. Als noch gefühlter Neuleipziger wollte ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, Gleichgesinnte kennen zu lernen und für meinen Webdesign-Blog mehr Input einzuholen.
Einen Tag lang gab es für 30 Euro 12 Sessions, die an drei Slots stattfanden, dazu eine Vorstellungsrunde ausgewählter Blogs und eine sog. Fishbowl-Diskussion-Diskussion zum Abschluss.

Die Teilnehmerrunde war sehr heterogen. Von „Spaß“-Bloggern bis zu „Agenturmenschen“ war alles versammelt. Ebenso waren die Kenntnisse in den einzelnen Fachgebieten sehr unterschiedlich und wohl auch die Erwartungshaltungen an dieses Event.

Der Ablauf im einzelnen:
In einer großen Vorstellungsrunde durften sich ca. 15 ausgeloste Blogs kurz vorstellen. Hier wurde schön deutlich wie umfangreich Bloggen sein kann und welche Themen behandelt werden können. Das Spektrum reichte von Literatur- über Stadtteil- und Motorsport- bis zu Erotik- und Food-Blogs… Wow!
Eine sehr kurzweilige interessante Idee. Fast noch schöner wäre es gewesen, die Blogs einmal kurz auf dem Beamer zu sehen.

Dann gab es die Sessions, also Vorträge ausgewählter Referenten. Meine besuchten Sessions im einzelnen:
#MARKE – Das eigene Blog zur Marke machen – wie geht das?
Dies wäre für mich eigentlich der spannendste Aspekt gewesen. Doch statt Ideen, Inspirationen oder Diskussionen war es ein Monolog über das Projekt ilovegraffiti.de. Als Fallstudie spannend, aber der Mehrwert für alle anderen Blogger hielt sich stark in Grenzen. Was hier in einer sehr sehr speziellen Nische funktioniert hat, ist kaum übertragbar (und wenn doch, wurde nicht deutlich wie). Schade…

#SUCHEN-FINDEN – SEO-Content Marketing und Content Seeding
Wenn SEOler Content-Marketing machen…
Ein paar kurzweilige vorgetragene SEO-Beispiele und vieeel Sponsored-Post-Anschreiben. Ich sag mal so: Mit einem kleinen bisschen gesundem Menschenverstand kann man die Anreden zwischen „Sehr geehrte Damen und Herren“ und „Hallo Herr Hahn“ schon gut einordnen. War es aber Wert genug den halben Vortag darüber zu dozieren. Ok, zwei Zitate sind es aber Wert genannt zu werden, die sinngemäß so lauten:

Inhalte so hochwertig aufbereiten, dass kein anderer sich mehr rantraut.

Also epische Artikel verfassen, die so umfassend, hochwertig und aktuell sind, dass kein anderer (Blogger) diese mehr bearbeiten muss. Freut sich die Suchmaschine und erzeugt vermutlich einige Backlinks.
Das andere Zitat:

Eine Trafficquelle sollte nicht mehr als 25% des gesamten Traffics umfasssen.

Ok, vermutlich ist Google bei den meisten Seiten die Trafficquelle Nummer 1. Die Abhängigkeit damit (leider) auch recht groß. Als schöne Refrenz kann hier der Beitrag Suchmaschinenoptimierung als eine von 5 Trafficquellen für Websites von Martin Mißfeldt stehen (der für den Vortragenden anscheinend auch die Referenz war). Hier werden fünf Traffic-Quellen genannt:

  • Direktaufrufe (URL wird direkt in die Browserzeile getippt)
  • Links (Links auf anderen Webseiten zur eigenen Seite)
  • Werbung (Werbebanner, Adwords)
  • Social-Media (Links von Facebook, twitter usw.)
  • Suchmaschinen

Ergänzend sollte man die die Aufzählung noch durch den E-Mail-Newsletter. Eine nach wie vor extrem unterschätzte, aber doch wahnsinnig starke Traffic-Quelle.

Und der letzte besuchte Vortrag war:
#CONTENT – Der gute Text: Was erwartet der Leser?
Natalie Sontopski erklärte unaufgeregt und kurzweilig, was gute Texte auszeichnen. War nicht so viel Neues für mich dabei, da ich mich in den letzen Jahren auch viel mit Textaufbau, Content-Design usw. auseinandergesetzt habe, aber insgesamt der unprätentiöseste Vortrag.

Fazit: Bei allen Vorträgen hätte ich mir mehr „interaktiven“ Austausch gewünscht. Mehr konkrete Anleitungen, Ideen, Anregungen für das eigene Bloggen. Der Lerneffekt war bei mir hier sehr gering, vielleicht die Themen aber auch zu allgemein, bzw. die Zielgruppe zu heterogen, um da konkreter zu werden.

Zum Abschluss gab die sog. Fishbowl-Diskussion. Hier gab es viele Rückmeldung vieler Teilnehmer, die sehr ähnliche Session-Erfahrungen gemacht haben. Einige hatten sich wohl auch unter „vernetzen“ etwas anders vorgestellt, bzw. wissen/ahnen nicht wie das funktionieren könnte.

Für mich das Entscheidende dieses Tages:
Zwischen den Sessions blieb ausreichend Zeit zum Kontakte knüpfen. Und obwohl ich erst dachte, dass die Pausenzeit viel zu lange sei, war es genau umgekehrt. Wie so oft fand ich die Kurz-Vorträge wenig erhellend. In einer Stunde wurden größtenteils ein paar allgemeine Inhalte vermittelt, die man sich auch in zehn Minuten surfen angelesen hat, dazu kamen noch zwei, drei nette Beispiele, die sich aber bei weiteren fünf weiteren Minuten surfen auch mehrmals findet.
Aber, obwohl ich dafür nicht unbedingt der Typ bin, habe ich schnell viele neue Menschen kennengelernt, aus denen sich erst einmal Kontakte gebildet haben und die Zeit zeigen wird, was sich daraus entwickelt.
Die Rückmeldung anderer Teilnehmer waren bzgl. Netzwerken und Teilnehmerstruktur nicht nur positiv, aber anscheinend stand ich (zufällig?) mit den für mich interessanten und gleichgesinnten Bloggern immer wieder an einem Tisch. Man könnte es vielleicht das Gesetz der Resonanz nennen…

Da waren z.B. Katharina mit ihrem Elternblog, Conni & Anja mit ihrem Lifestyleblog für Frauen Ü40, Bony, der demnächst einen Podcast mit Interviews mit Kreativen an den Start bringt, Matthias, der Sachsen erkundet, Andrea mit Ihrem Lifestyleblog und Diana, die einen Literaturblog führt. Und natürlich jede Menge neue twitter-Instagram-Blogger-Follower-Kollegen…

Das weitere „Blogger spinnen ein Netzwerk“ könnte/sollte also für mich so aussehen, dass man zuerst einmal in Kontakt bleibt und sich vielleicht auch so etwas wie regelmäßige „Stammtische“ ergeben und – meine Idealvorstellung – dass sich eine Mastermind-Gruppe bildet. Also eine Gruppe von mehreren Bloggern, die sich regelmäßig austauschen und gegenseitig beim Erreichen ihrer Ziele unterstützen. Mal schauen…

Gesamtfazit:
Die allgemeine Stimmung fand ich eigentlich sehr erfrischend. Die meisten wirkten offen und neugierig und entspannt. Aufbruchsstimmung wäre jetzt vielleicht übertrieben. Aber gerade die heterogene Mischung aus unterschiedlichsten Bloggern war sehr reizvoll, so dass man nicht nur mit vergleichbaren Onlinern und Webdesignern sich austauschen musste. Gerade diesen Einblick in andere Branchen, Selbständigkeiten finde ich ja auch bei meiner selbständigen Tätigkeit so spannend.

Ich hoffe, dass „so etwas“ öfters in Leipzig (ok, Sachsen) stattfindet. Preis-Leistung fand ich top. Es ist auch immer leicht gesagt als Teilnehmer, was man hätte alles besser machen können. Ich fand es eine ungewzungene Plattform andere Blogger kennen zu lernen, ein paar Inputs aus den Vorträgen mitzunehmen und gespannt zu sehen, was sich daraus entwickeln wird (also aus den Kontakten und aus der #bsen-Plattform). Bei beiden hoffe ich, dass es weitergeht…

Eine Liste mit der Meinung anderer Teilnehmer:
#bsen: Das schreiben die anderen…
Das sind die Teilnehmer von #bsen

Die Blogger-Konferenz
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3 Kommentare
  1. Katharina sagte:

    Hallo Martin,

    schöner Beitrag zum #BSEN und klasse auf den Punkt gebracht. Ich hoffe mit du deiner Mastermindgruppe zu gehören.
    Vielleicht sollte man schonmal eine Location ins Auge fassen um im Ende Mai/ Anfang Juni ein kleines „get together“ zu organisieren. Das Kowalski finde ich ja auch immer ganz nett und schön zentral gelegen.

    Lg Katharina

    Antworten
    • martin sagte:

      Hallo Katharina,
      ja, ein relativ zeitnahes Treffen wäre bestimmt gut.
      Würde mich freuen, wenn wir dann schon einmal zu zweit sind im „Mastermind“… Und da kommen bestimmt noch welche dazu ;)

      Viele Grüße
      Martin

      Antworten

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  1. […] 1.5.2016 – hahnsinn.de: „Die Blogger-Konferenz“ […]

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