Ein Jahresrückblick im Januar? Ich weiß, die meisten Rückblicke finden noch im selben Jahr statt, das betrachtet werden soll. Ich wollte es erst einmal vorbei gehen lassen… Und wieso überhaupt Rückblick, die Trends 2014 sind doch angesagt! Ich weiß, ich wollte aber nicht in die Glaskugel schauen, sondern lieber reflektieren was ging und daraus zu lernen…

Seit ziemlich genau vier Jahren bin ich (wieder) selbständig in Vollzeit. Jedes Jahr ziehe ich kurz Bilanz und schreibe ein paar Ziele für das kommende Jahr auf. Bevor es auf Papier versauert, habe ich es in den Blog gepackt, damit der weiter so brennt wie die letzten Monate!

Meine Eckpunkte 2013 in loser, unsortierter und vermutlich auch unvollständiger Reihenfolge – alle Angaben ohne Gewähr:

  • Es war rein finanziell das erfolgreichste Jahr in der Selbständigkeit. Gut, Steuerberaterin samt -erklärung stehen noch aus. Aber erst einmal die reinen Einnahmen, die ich hier aber nicht veröffentlichen will. Ich denke immer es ist zu wenig (für eine fünfköpfige Familie), wenn ich Statistiken über den Durchschnittsverdienst lese, denke ich, wie wenig die meisten anderen erst haben müssen…
    Passenderweise bin ich gestern über einen Artikel gestoßen („Selbstständige sind die neuen Niedriglöhner“),laut nur 13% der Selbständigen einen Stundenlohn von über 30 Euro verdienen! Also sag ich mir, Bälle flach halten.
  • Soviel wie in 2013 habe ich noch nie für eigene Kunden gearbeitet. Der Anteil an freiberuflichen Tätigkeiten für Agenturen oder Schulungsinstite war also noch nie kleiner. Nicht zwangsläufig gewollt, aber es hat sich so ergeben.
  • Ein Großteil der Neukunden und viele Anfragen kamen über die Google-Suche, womit sich das bisschen Arbeit in SEO-optimierte Landing-Pages ausgezahlt hat. Yeaahhh, ich alter SEO-Hase… An der Schraube werde ich 2014 noch weiter drehen!
  • Knapp ein Drittel der Einnahmen waren doch tatsächlich Print-Projekte. Das hätte ich nicht so erwartet und wird vermutlich auch nicht mehr so sein. Aber es ist ok. InDesign macht ja schließlich auch Spaß!
  • Ich habe „nur“ 37 Rechnungen gestellt. Da waren die letzten beiden Jahre mit 52 und 42 „besser“, die Beträge aber offensichtlich kleiner.
  • Ich war lange Zeit auf der Suche nach sympathischen UND zuverlässigen Kollegen, die auch selbständig arbeiten und auch noch Ressourcen frei haben. Einerseits ist es gut, wenn sich Kompetenezen ergänzen, anderseits auch hilfreich, wenn jemand anderes die eigenen Kompetenzen als Ersatz mit abdecken kann. Schwierig, aber in 2013 durfte ich zwei neue Partner finden! Mit Raphael, als Allrounder in Web- und Printsachen, habe ich inzwischen einige Projekte umgesetzt, bzw. weitergegeben. Und mit Flo, Programmier-Spezialist, sitze ich gerade an einem schönem Online-Shop-Projekt. Beide kann ich nur weiterempfehlen und hoffe, dass noch einige gemeinsame Projekte in 2014 folgen.
  • Ich hatte die tolle Chance bekommen bei Designerdock Frankfurt mitzuarbeiten, einer Personalvermittlung für die Kommunikationsbranche. Da ich mich nicht teilen kann, musste ich leider diese Gelegenheit wieder aufgeben. Aber auch die kurze Zeit hat Spaß gemacht, ich habe eine Menge spannender Charaktere kennen gelernt und ich denke, die Personalberatung lag mir, oder besser, würde mir auch liegen, aber die Selbständigkeit mit konkreten Projekten musste ich aktuell vorziehen!
  • Ebenfalls bei Designerdock habe ich meinen bisher besten Vorgesetzten gehabt. Oder besser Vorgesetzte! Viele (männliche) „Chefs“ mit oder besser unter denen ich bisher arbeiten durfte, zeichneten sich durch Kommunikationsschwierigkeiten aus. Ihr kennt das! Nicht so hier. Eine so offene, sympathische und ehrliche Gesprächsatmosphäre habe ich bisher bei keinem Vorgesetzten gehabt. Vielen Dank dafür an dieser Stelle an Ulrike Schwarzenberg und für die Gelegenheit bei Designerdock zu arbeiten. Man sieht sich ja immer zweimal, vielleicht eines Tages…
  • Umso enttäuschender die Mitarbeit bei einer kleinen (leider dann doch nicht so feinen) Webagentur. Ich hätte es besser wissen müssen, da ich mit denen, also mit dem Chef, schon einmal reingefallen bin. Aber das neuerliche „Angebot“ und Eingangsgespräch klang verlockend und vielversprechend. Aber die Kommunikationsschwierigkeiten… Ihr kennt das! Dazu durfte ich – wieder einmal – mehrere Monate auf mein Honorar warten, das nicht wirklich hoch war!
  • Außer die unrühmliche Ausnahme von oben, zahlten meine Kunden ihre Rechnungen auch im letzten Jahr verdammt schnell! Es lohnt sich doch auch hier, sich seine Kunden gut auszusuchen! Oder wie immer sage: Jeder bekommt die Kunden, die er verdient!
  • Es enstanden 2013 zwei, eigentlich unglaubliche Projekte, die mir zeigen, warum es gut ist sich mit Zielen und Wünschen auseinanderzusetzen und diese auch zu verschriftlichen. Zum einen durfte ich einen Online-Kurs über Webdesign schreiben. Vor ca. fünf Jahren war ich bei der Existenzgründungsberatung, weil ich die Idee einer Online-Akademie hatte. Ich hatte das damals aus verschiedenen Gründen nicht weiter verfolgt, um so schöner, dass es sich jetzt auf einem anderen Wege ergeben hat. Das Feeback der Studenten ist sehr erfreulich und ich sollte überlegen noch mehr aus meinen anscheinend vorhandenen diaktischen Fähigkeiten zu machen.
  • Das zweite für mich unglaubliche Projekt möchte ich hier noch nicht erwähnen, da ich eh schon Pipi in der Hose habe… Ihr werdet es früh genug erfahren! Ich arbeite dran…
  • Meine Schulungsaktivitäten haben sich in dem Rahmen reduziert wie die Online-Betreuung zugenommen hat. Steht zwar in keinem direkten Verhältnis zueinander, ist aber so. So gerne ich Schulungen auch alte, so anstrengend und zeitaufwändig sind diese, daher hatte ich diese reduziert und es ist ok für mich. Dafür kommt die Online-Schulung meiner Vorstellung des ortsunabhängigen Arbeitens ja sehr entgegen.
  • Ich mich ja auch Selbständig gemacht, damit ich ab und an eigene Projekte umsetzen kann. Was ich 2012 mit den Webdesign Showcases begonnen habe, setzte ich 2013 mit dem Webdesign Journal fort, einem Showcase der besten deutschen Webseiten.
    Ich liebe es an den Seiten rumzubasteln, prinzipiell sein Ding zu machen ohne eine Kunden- oder Vorgesetztenmeinung zu beachten. Und wenn mir morgen das Design oder Inhalte oder sonstwas nicht mehr passen, kann ich es ändern, einfach so – sehr gut!
    Die Projekte sind zwar kein Reißer, aber sie machen Spaß und darum geht es mir! Ich habe Bock drauf, also mache ich es, egal ob es Kohle bringt oder nicht! Und die nächsten Sachen sind in Planung, bzw. auch schon in der Mache…
  • Über Work-Life-Balance in 2013 und den ganzen neumodischen Quatsch will ich besser nicht reden. He, ich hab Kinder, und durfte dazu beitragen, dass die Alt-Herren, sorry SOMA, der Teutonia aus Köppern Stadtmeister geworden ist! Also alles im grünen Bereich!
  • Und 2013 stand ganz klar im Zeichen des Triples. Wie geil ist das denn, die Bayern gewinnen das Triple, werden Weltmeister und am besten ist: Sie spielen solch einen geilen Fußball – unglaublich! So dominant und mit einer wunderbaren Mischung aus Teamgeist und Einzelkönnern. Jahrzehntelang waren es entweder die Dusel-Bayern und wenn sie mal nicht Meister wurden, dann lag es intern am FC Hollywood. Klar, war zum Beispiel die Meisterschaft 2001 schon geil. Aber den FC Barcelona 7:0 wegzufegen… jo mei! Das bleibt hängen, davon werde ich meinen Kindern noch erzählen.
  • Und damit bin schon beim nächsten Triple. Noch vor den Bayern habe ich im Mai mein ganz persönliches Triple gewonnen. Aber im Gegensatz zu den Bayern reicht mir das, mehr ist nicht. Drei Kinder sind dann genug, der Staat fördert das ja auch nur sehr bedingt…

Fazit:
2013 zeigte mir einmal mehr, wie schnell sich die Dinge ändern können. So ein Rückblick zeigt mir dann, dass es vor allem in positiver Hinsicht war, vergesse ich manchmal…

Hab ich etwas vergessen?

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