Das Schöne am eigenen Blog ist ja, dass ich auch mal Beiträge schreiben kann, die nichts, zumindest sehr wenig, mit dem Thema Webdesign zu tun haben. Und lieber mal einen persönlichen Beitrag schreiben, da fachlich – leider – seit Oktober nichts passiert ist. Und der Vatertag eignet sich wunderbar dafür!

Denn: seit einer Woche bin ich Vater. Erstmal kein allzu neues Gefühl, denn es ist das dritte – in Worten: dritte – Kind. „Ergebnisorierentierten Sex“ nennt man das wohl…

Ich will jetzt nicht erzählen, wie faszinierend, anstrengend, schön, schön anstrengend Kinder und Elternschaft sein können. Eher, und das ist das vor allem Spannende, wie sehr man durch Kinder zurückgeworfen wird, zurückgeworfen auf seine eigenen Unzulänglichkeiten und Gefühle: Auf meine eigene Ungeduld, wenn sich die Kleinen nicht schnell anziehen. Auf meine Pedanterie, wenn sie was verschütten, kleckern, die dreckigen Hände am T-Shirt abschmieren. Auf meine gefühlte Mißachtung, wenn sie dazwischen reden. Auf meine innere Unruhe, wenn sie genau dann kommen, wenn ich meine, dass ich Ruhe am nötigsten hätte. Auf meine (Sicherheits-)Pläne, wenn ich sie mit wenigen Worten oder Taten alle Planungen des Tages über den Haufen werfen.

Ich könnte die Liste lange fortsetzen. „Loslassen“ wäre jetzt aber am hilfreichsten. Ja, das wollen / sollen sie mich lehren. Loszulassen, von all den eigenen Erwartungen, Wünschen, dem egozentrischen „Umsichselbstkreisen“. Kein Lebenshilferatgeber, keine spirituelle Literatur, kein Hobby, kein autogenes Training, kein Gebet, keine Meditation kann dies so praxisnah aufzeigen und die Möglichkeit zum Üben so intensiv geben wie der Alltag mit Kindern. Herrlich!

Und die andere Frage, die mich umtreibt „In welcher Welt wollen wir leben?“. In welcher Welt will ich leben? Meiner Tochter, sieben Jahre, fragt mich altersgemäß Löcher in den Bauch. Und fast täglich muss ich ihr Dinge erklären, die sich um kaufen, verkaufen, Geld verdienen, Werbung drehen. Weniger berufsbedingt, als weil sich „da draußen“ (fast) alles um Konsumismus dreht. Es ist ja nicht so, dass ich nicht schon lange (immer) ein zweispältiges Verhältnis dazu habe – wie wohl viele andere auch. Aber erst die Notwendigkeit es dem eigenen Kind zu erklären, sich dabei manchmal auch Hohn, Spott, Ironie kaum verkneifen zu können, was ein Kind nicht verstehen kann, zeigt mir wie unzufrieden ich damit wirklich bin. Und das bringt mich zu der für mich entscheidenen Frage: Was will ich meinem Kind mal erklären, was ich für eine bessere Welt getan habe? Ich will ungern mal sagen: „Ich war unzufrieden, wie es war. Wir haben es auch alle besser gewußt, aber geändert habe ich nichts!“ Sehr mau, sehr dürftig als Erklärung!

Gut, die Welt retten wird jetzt schwierig. Und wenn schon dann nach dem Motto: Wer die Welt ändern will, muss sich selbst ändern!

Und so versuche ich die Evolution fortzusetzen. Also nicht nur sich fortplanzen, damit die Menscheit noch ein bisschen länger da ist. Eher in dem Sinne, dass ich es besser mache versuche besser zu machen wie meine Eltern und meine Kinder „es“ dann besser machen wie ihre Eltern und so weiter…

Vielleicht ein Anfang: Mehr Geduld, mehr Muße, mehr im Hier und Jetzt, den Augenblick genießen, egal was und wer da ist. Hauptsache „sein“ – Papa sein!
Danke ihr Drei, ich liebe Euch!

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