Jahrelang hatte ich Webseiten nach dem Prinzip umgesetzt:
Sie möchten eine neue Website? Hier, bitte schön ist ein Entwurf. Sie haben noch keine Inhalte? Schade, aber ok, dann arbeite ich erst einmal mit Platzhaltern.
Achso, Sie schreiben die Inhalte nach meinem Design, dann wenn Sie sehen wie viel Platz vorhanden ist.

Meine Aufgabe als Webdesigner war die Gestaltung und die technische Umsetzung der Website. Und die Aufgabe des Auftraggebers war die Lieferung der Inhalte und die Begutachtung meiner Designs. Naja, und dann war die Website halt irgendwann fertig.

Die Ergebnisse waren ok, aber oft eben nur „ok“.

Inhalte, Design und Technik wurden in einen großen Topf geschmissen, umgerührt und fertig.

Es fehlte aber die gemeinsame Basis, sozusagen das Rezept auf dessen Grundlage die Zutaten ausgewählt und verarbeitet werden sollten. Und so hat sich über die Jahre für mich und meine Arbeit die Bedeutung solch einer Grundlage als immer wichtiger herausgestellt.

Inzwischen ist das Konzept die zwingende Voraussetzung meiner Arbeit.

Ich starte kein Projekt mit meinen Kunden ohne eine gemeinsame Basis geschaffen zu haben auf der die Umsetzung der einzelnen Tätigkeiten erfolgen kann. Da nicht jedes Projekt und jeder Projektablauf gleich sind, ist auch das Konzept – zumindest in Teilen – unterschiedlich.

Was genau wollen Sie mit der Website erreichen? Was unterscheidet sie von der Konkurrenz? Wen wollen Sie eigentlich genau ansprechen? Was erwartet der Besucher? Welche speziellen Funktionalitäten werden gebraucht? Welche Inhalte sind notwendig, um ihre Ziele und die Wünsche der Besucher gleichermaßen zu erfüllen? Ist Suchmaschinenoptimierung interessant?

Fragen über Fragen, die im Laufe des Projektes zwngsläufig aufkommen werden. Besser, sie werden zu Beginn beantwortet oder es werden zumindest die Grundlagen geschaffen, auf denen später Antworten schnell und übereinstimmend gefunden werden können.

Die Website-Konzeption sorgt also dafür, dass nicht irgendwie „eine neue Website“ entsteht, sondern die Chance genutzt wird, gemeinsam ein erfolgreiches Projekt umzusetzen.

Erfolgreich ist ein Webprojekt nicht immer erst dann, wenn später viele neue Kunden durch und über die Website kommen. Auch eine responsive Website, die durch hiflreiche Inhalte und ein interessantes Design überzeugt, deren Inhalte sich leicht selber überarbeiten lassen und durch die Suchmaschinen gut ausgelesen werden können, kann als erfolgreiches Projekt bewertet werden.

Die Website-Konzeption – die einzelnen Schritte:

Schritt 1: Briefing

„Wir brauchen eine neue Website, die jetzige ist veraltet. Wir wollen ein moderneres seriöses Design, evtl. sollen auch die Farben überarbeitet werden. Dazu würden wir gerne besser in den Suchmaschinen gefunden werden. Und auf dem Smartphone soll es gut aussehen.“
So oder ähnlich beginnen oft Anfragen, die ich bekomme. Oft auch mit der Frage folgend nach den Kosten einer Website, die ich zu dem Zeitpunkt natürlich noch nicht seriös beantworten kann.

Im ersten Briefing geht es darum die Voraussetzungen und Wünsche/Bedürfnisse/Erwartungen zu klären.
Daher „nerve“ ich mit Fragen über Fragen. Denn um sie gut beraten zu können und eine gemeinsame Grundlage für Ihr Projekt zu schaffen, sind viel mehr Informationen notwendig.

Dazu gehören bspw. erste Eckdaten über Sie, bzw. Ihr Unternehmen, Ihre Ziele, Zielgruppen, besondere Anforderungen, Zeitrahmen und Budget.

Ich habe mit dafür über die Jahre eine Art Fragenkatalog geschaffen, den ich mehr oder weniger streng, durcharbeite. Ich muss Sie verstehen – was Sie machen, was Sie wollen und wo unsere gemeinsame Reise hingehen kann und soll.

Das Briefing und seine Antworten sind dann sowohl für einen Kostenvoranschlag, als auch für die weitere Erarbeitung eines Website-Konzeptes notwendig.

Schritt 2: Situationsanalyse – Das Unternehmen

Egal, mit welchem Dienstleister Sie später Ihre Website umsetzen wollen, grundlegende Infos sollten Sie liefern können. Dazu sind u.a. Antworten auf folgende Fragen hilfreich:

  • In welcher Branche ist das Unternehmen tätig und wie geht es der Branche allgemein?
  • Welche Produkte / Dienstleistungen werden angeboten?
  • Gibt es Schwerpunkte / „Verkaufsschlager“?
  • Wie lange existiert das Unternehmen?
  • Worin unterscheidet es sich von der Konkurrenz?
  • Worin ist die Konkurrenz besser?
  • Wie sehen bisherige Kommunikationsmaßnahmen aus?
  • Gibt es ein fest definiertes Corporate Design?
  • Wie sind die Unternehmsziele für die kommenden Jahre?
  • Wie gewinnt das Unternehmen bisher neue Kunden?

Je nach Unternehmen, Dienstleistungen, Branche usw. unterscheiden sich die interessanten Fragen. Diese helfen mir Sie besser zu verstehen und Ihnen effektiv weiterhelfen zu können. Denn oft ergeben sich im Gespräch neue Sichtweisen, neue Lösungsansätze.
Und aus der Erfahrung kann ich sagen, dass der gemeinsame Austausch auch Kunden enorm hilft, sich selber, seine Bedürfnisse und seine eigentllichen (Website-)Ziele besser zu verstehen.

Website-Konzeption: Analyse des Unternehmens und seiner Einflussfaktoren.

 

Schritt 3: Analyse – Die Zielgruppen

Eigentlich machen wir die Website ja nicht für Sie – sondern für Ihre Kunden!

Diese sollen auf die Website kommen und zu bestimmten Handlungen angeleitet werden (z.B. Kontaktaufnahme, Eintragung in Newsletter, Lesen eines Artikels usw.).

Eine erste Hilfestellung bietet der bisherige Kundenkreis: Branche, Unternehmen, Unternehmensgröße, Ansprechpartner usw.

Dazu können noch weitere Kundenkreise wie bspw. die eigenen Mitarbeiter, Presse, die Öffentlichkeit an sich kommen.

Und ganz spannend: Können sich durch die neue Website neue Kundenkreise erschließen lassen?

Neben den rein soziodemografische Merkmale der Zielgruppen, ist es auch spannend zu analysieren, welche sog. pyschografische Merkmale sie auszeichnet: Welche Probleme wollen sie gelöst haben? Welche Bedürfnisse haben sie? Und vor allem:
Was sucht die Zielgruppe auf der Webseite, warum kommt sie überhaupt?

Website-Konzeption: Analyse der verschiedenen Zielgruppen.

Schritt 4: Analyse – Der Wettbewerb & das Marktumfeld

Fast jedes Unternehmen bewegt sich heute in einem angespannten Marktumfeld. In fast allen Branchen sind Produkte und Dienstleistungen austauschbar geworden, oder zumindest für die Kunden/Verbraucher die Unterschiede oft nur schwer zu erkennen.

Viele Unternehmen treten inzwischen mit professionellen Websites auf. Dazu gibt es aber auch viele veraltete Websites oder zumindest solche, die nicht klar und eindeutig erkennen lassen, wer genau das Unternehmen ist, wofür es steht, was seine Schwerpunkte sind usw.

Um sich aber von der Konkurrenz zu unterscheiden, um besser zu sein, muss man die Konkurrenz kennen.

Daher gehört zu einem Website-Konzept eine Analyse der Wettbewerber.
Sie als Brancheninsider kennen vermutlich schon viele Konkurrenten,  evtl. gar deren Standorte, Schwerpunkte und Stärken usw.

Zur Analyse gehören aber auch die Wettbewerber-Websites:

  • Wie umfangreich sind die Inhalte und wie sind diese strukturiert?
  • Welche Wirkung erzeugt das Design?
  • Wie ist die technische Umsetzung (Responsivität, SEO usw.)?
  • Welche Schwerpunkte setzen die Inhalte?
  • Bestehen besondere Funktionalitäten?

Man kann sich durchaus an den Webseiten der Wettbewerb inspirieren lassen, also „Vorbilder“ suchen:
Was kann man an guten Umsetzungen übernehmen? Sind es bestimmte Funktionalitäten, die Inhaltsstruktur oder einzelne grafische Elemente. Und welche schlechten Aspekte kann man besser machen?

Website-Konzeption: Analyse des Wettbewerbs und der Konkurrenten

Schritt 5: Ziele definieren

Das Unternehmen, die Zielgruppe und die Konkurrenz stehen in direktem Zusammenhang – Sie haben einen unmittelbaren Einfluss auf das Website-Konzept und die angedachten Ziele.

Dazu gehört zum einen die gewünschte eigene Positionierung:
Wie möchte man von den Zielgruppen, sozusagen „von außen“ wahrgenommen werden? Es muss deutlich sein, was die Stärken und die herausragenden Angebote des Unternehmens sind.

Das können bestimmte Produkteigenschaften sein. Leistungen, sie so sonst keiner anbietet. Das kann die Erfahrung der Mitarbeiter sein oder die verschiedenen Unternehmenstandorte. Das können die Inhalte der Website sein, die einen großen Mehrwert für die potentiellen Kunden bieten oder eine bestimmte Anwendung auf der Website (wie bspw. ein Kalkulator).

Dazu sollten klare Ziele definiert werden, was mit der Website erreicht werden soll: Möchte man die Besuchzahlen erhöhen, mehr Kontaktanfragen bekommen, mehr Leser für die Blogartikel, mehr Newsletter-Abonnenten, ein besseres Image, bessere Suchmaschinen-Rankings usw.? Und wann soll die neue Website online gehen?

Nicht zu unterschätzen ist von Auftraggeberseite der eigene Aufwand, um die neue Website fertig zu stellen. Neben internen Abstimmungen und die mit dem Webdesigner gehören nicht selten auch die Inhaltserstellung dazu. Ein Punkt, der zu oft unterschätzt wird (also eigentlich immer), was den Zeitaufwand angeht.

Schritt 6: Strategie: Inhalte, Design, Technik, SEO

Wenn die Basis steht, es also klar definiert ist, was bis wann für wen umgesetzt werden soll, dann geht es an die Strategie diese Ziele zu erreichen – also sozusagen das Wie.

Dazu gehört eine Inhaltsstruktur. Also einmal eine Art Sitemap, die die einzelnen Unterseiten des Webauftritts festlegt. Und auch die Struktur der einzelnen Seiten selber. Dann ist erst klar, welche Inhalte genau erstellt werden müssen.

Die Designrichtung und die technische Umsetzung können festgelegt werden. Dazu das Vorgehen, um die Suchmaschinen-Ziele zu erreichen.

Die Strategie ist im Grunde die Grundlage für ein konkretes Angebot und einen Projektvertrag. Hier werden die einzelnen Schritte der konzeptionellen Ziele klar benannt.

Fazit Website-Konzept:

Ein Website-Projekt ist so viel mehr als ein schönes Design, eine gute Smartphone-Bedienbarkeit und die Inhaltsbearbeitung per Content Management System.

Um eine effektive Website zu erreichen, geht es vielmehr noch um die Wünsche des Auftraggebers, seine Stärken, um passende Ziele und vor allem auch um die Zielgruppe und deren Bedürfnisse, Vorstellungen und Gewohnheiten.

(Fast) alles, was im Erstellungsprozess der Website passiert, kann an zwei Kriterien überprüft werden:

  • Was sind die unternehmerischen Ziele der Website?
  • Was sind die Bedürfnisse der Zielgruppe?

Und so sollte für jedes Website-Projektes folgende Formel gelten:

Konzeption first

Wenn Sie Fragen zur Website-Konzeption haben, mit mir einen Konzeptions-Workshop durchführen wollen, um u.a. die oben angeprochenen Punkte gemeinsam zu erarbeiten oder sonstige Fragen dazu haben, dann melden Sie sich einfach: martin@hahnsinn.de.

Das Konzept als Basis der Website – 6 Schritte zu einem effektiven Konzept
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